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Anita Friedrich
Sebastian und das große Geld

ISBN: 978-3-936524-01-7
€ 14,80
zuzüglich € 1,-- Versandkosten

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Erst nach dem Tod Graf von Ludins erfährt Astrid Schumann, dass sie mit ihm verwandt gewesen ist. Zur Testamentseröffnung wird sie auf sein Schloss nach Berchtesgaden gebeten. Außer Astrid gibt es noch weitere Verwandte. Von Anfang an sind sie der jungen Frau unsympathisch. Dagegen befreundet sie sich sofort mit dem Bernhardiner des Verstorbenen, den die anderen am liebsten ins nächste Tierheim stecken würden.

Graf von Ludin hat in seinem Testament bestimmt, dass sich Sebastian sein neues Herrchen oder Frauchen selbst aussuchen darf. Außer seiner Dienerschaft, die mit reichlichen Legaten von ihm bedacht wurde, hat der Graf für Sebastians Unterhalt fünfzigtausend Euro festgesetzt. Astrid soll das Schloss und einen Teil des Vermögens erben. Das restliche Vermögen hat der Verstorbene auf seinem Besitz versteckt und bestimmt, daß der Schatz dem Finder zufällt. Einzig und allein Sebastian kennt das Versteck.

Kurz nach der Testamentseröffnung trifft ein weiterer Erbe ein, Richard von Ludin. Astrid und er verlieben sich Hals über Kopf ineinander. Beide sind mehr darauf erpicht, so viel Zeit wie möglich miteinander zu verbringen, als den Schatz zu finden. Die übrigen Erben schlagen sich bei der Suche nach dem versteckten Vermögen allerdings fast die Köpfe ein. Jeder von ihnen umschmeichelt Sebastian und hofft, durch ihn ans Ziel zu gelangen.

Als auch noch Astrids früherer Freund auf Schloss Ludin auftaucht, beginnt die Situation zu eskalieren. 

L e s e p r o b e 

...Von meinen Verwandten hat mich bis jetzt einzig und allein Astrid Schumann nicht enttäuscht. Auch wenn ich es bewusst unterlassen habe, mich mit ihr in Verbindung zu setzen, so habe ich sie doch aus der Ferne beobachtet. Ich bin mit ihr sehr zufrieden und ich weiß, dass Schloss Ludin bei ihr in den besten Händen sein wird. Sie besitzt, was scheinbar den männlichen Mitgliedern meiner Familie zu fehlen scheint, nicht nur gesunden Menschenverstand, sondern auch Stil und Mitgefühl mit anderen. Sie..."

"Das gibt es nicht! Das ist empörend!" Bernhard von Ludin sprang auf und wollte sich auf den Anwalt stürzen, stolperte aber über seinen Stock, den er in der Aufregung total vergessen hatte. Er schlug hart mit dem Ellbogen auf dem Schreibtisch auf. "Verdammt noch mal!" stieß er hervor und ließ sich mit schmerzverzerrtem Gesicht in den Sessel fallen.

Astrid saß wie betäubt da. Sie hatte keine Sekunde damit gerechnet, das Schloss zu erben. Fassungslos blickte sie den Anwalt an, hörte kaum, dass er noch vorlas, was für Ländereien zum Schloss gehörten und wie viel Geld ihr hinterlassen wurde.

"Jetzt frage ich mich, was da noch für uns bleibt", sagte Mark-Anton verbittert.

"Ich bin noch nicht fertig, Herr Weingärtner!" Dr. Kronwald ließ den Blick wieder über die Erben gleiten. "Wenn Graf Ludin nicht an Sie und die übrigen männlichen Nachkommen gedacht hätte, wären Sie nicht zur Testamentseröffnung geladen worden."

"Ihnen dürfte klar sein, daß ich dieses Testament anfechten lasse." Bernhard von Ludin kam auf seinen Stock gestützt aus dem Sessel hoch. "Es ist..."

"Dürfte ich das Testament weiter verlesen?" fragte Dr. Kronwald eisig. Er richtete seine Augen so streng auf den alten Herrn, dass dieser im Sessel regelrecht zusammensackte. "

"...Da ich, wie ich schon sagte, soviel Freude an meinen Verwandten hatte, habe ich mir etwas ausgedacht, um auch sie zu erfreuen", las er weiter vor. "Den habgierigen Augen meines lieben Bernhards wird es nicht entgangen sein, dass die Goldfiguren aus der Vitrine im Arbeitszimmer fehlen, auch sonst habe ich mir die Freiheit genommen, die wertvollsten Dinge von ihren angestammten Plätzen zu entfernen und an einem geheimen Ort zu verstecken. Desgleichen ist mit dem größten Teil meines Vermögens geschehen. Ich habe fast meinen ganzen geldlichen Besitz, bis auf die Summe, die ich Astrid Schumann hinterlasse und die übrigen Legate, in Gold angelegt. Es kostete mich viel Mühe, alles in dieses geheime Versteck zu bringen, aber ich habe es geschafft! Es ist sinnlos, Doktor Kronwald nach dem Versteck auszuhorchen, er kennt es genauso wenig wie mein Personal. Der einzige, der es kennt, ist mein lieber Sebastian. Wenn er mir auch nicht beim Tragen helfen konnte, so war mir doch seine ständige Anwesenheit ein gewisser Trost."

"Er muß verrückt gewesen sein", murmelte Mark-Anton erschüttert. "Bei dem hat's gepiept!" Er machte eine unmißverständliche Handbewegung zu seiner Stirn.

"Ich fordere somit Bernhard von Ludin, Richard von Ludin, Mark-Anton Weingärtner und auch Astrid Schumann auf, nach diesem Versteck zu suchen. Wer es findet, dem gehört alles, was in ihm verborgen ist. Es tut mir zwar sehr leid, dass ich nicht dabei sein kann, wenn die große Suche beginnt, aber vielleicht hat man mit mir ein Einsehen und läßt mich wenigstens vom Himmel aus zuschauen.

Dann auf eine angenehme Suche, meine lieben Freunde, möge sie euch so viel Spaß machen, wie mir die Abfassung des Testaments!

Eduard Graf von Ludin."